ZDF-Sommerinterview: Lindner platziert eine Bösartigkeit gegen Spahn

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TV-Kolumne “ZDF-Sommerinterview”: Erst platziert Lindner eine Bösartigkeit gegen Spahn – dann ist Söder dran

Sechs Monate Leben mit Corona in Deutschland haben der FDP das Überleben nicht leichter gemacht. Wenn die Not groß ist, hilft da lautes Pfeifen im Wald? Der FDP-Vorsitzende pfeift jedenfalls schrill – und macht mit den Krisenmanagern Spahn und Söder klare Angriffsziele aus. Ob die sich allerdings von einem betont sportlichen Aussehen herausfordern lassen?

Gut sieht er aus. Dreitagebart. Sommergraues Sakko zu Polohemd, verblichenen Jeans und leuchtendhellen Sneakern. Auch die fitte Uhr am linken Handgelenk signalisiert: Da hat einer das Krisenjahr 2020 allerbestens überstanden, da hat einer noch ganz viel vor, da will einer noch ganz, ganz viel bewegen. Das sind die Signale, die FDP-Parteivorsitzender Christian Lindner für die ZDF-Kameras ins „Berlin direkt – Sommerinterview“ mitgebracht hat. Da ist einer fit wie seine Turnschuhe. Soweit die Inszenierung. Hat er auch etwas zu sagen?

„Mit mir gibt es kein Zusammenwirken mit der AfD“

„Ich spreche mit Ihnen über die Coronakrise und die Krise der Liberalen“, beginnt Shakuntala Banerjee ihr Interview. Die stellvertretende Leiterin des Hauptstadtstudios gibt damit schon den Grundton vor. Christian Lindner muss sich auch den Fragen zu seiner Partei, seiner Rolle darin und seinem Führungsstil dabei stellen. Das ZDF erinnert daran, dass die FDP in Hamburg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist. Der öffentlich-rechtliche Sender spielt ein Foto ein, das den FDP-Vorsitzenden zeigt, wie er inmitten der Coronakrise mit Mundschutz am Kinn einen Mann umarmt. Und die „Schande von Thüringen“ wird gleich zweimal zum Thema.

FDP-Mann Thomas Kemmerich hatte sich mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Das ZDF zeigt Kemmerich nach der Wahl und vor seinem Rücktritt: „Er hat mir gratuliert und gute Nerven gewünscht.“ Dem widerspricht Lindner mit einer anderen Erinnerung an dieses Telefonat. Er habe schon früh klar gemacht: „Mit mir als Parteivorsitzendem gibt es kein Zusammenwirken mit der AfD.“ Im Gegensatz zu anderen sei er sofort nach Erfurt gefahren, um den Rücktritt Kemmerichs durchzusetzen. Dass Thomas Kemmerich nun erneut öffentlich über eine Spitzenkandidatur für die FDP in Thüringen nachdenkt, missfällt dem Vorsitzenden der Bundespartei sehr offensichtlich. Doch sei die Partei kein „Filialsystem“, rechtfertigt sich Linder, weshalb er nicht nach Thüringen durchregieren kann. Und er formuliert mit etwas matter, gleichzeitig aber deutlicher Bösartigkeit: „Ich rate mit Rücksicht auf die eigene Familie, nicht zu kandidieren.“

Persönliche Bösartigkeit gegen Spahn

Das kann man mögen, wenn Politiker von der politischen Sachebene so sehr ins Persönliche verrutschen. Muss man aber nicht. Doch Christian Lindner bleibt an diesem Abend bei diesem Stil.

„Ich bin in Sorge“, sagt der FDP-Vorsitzende, wenn es um die Corona-Gefahren durch Urlaubsrückkehrer geht – und vergisst nicht, an dieser Stelle in einem Nebensatz seine persönliche Bösartigkeit gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu platzieren: „der gerade selbst in Urlaub ist“. Und, zweite Attacke gegen Spahn: „Es ist etwas spät, wenn erst jetzt ein Konzept für Urlaubsrückkehrer erarbeitet wird.“

Und Söder? „Eine fast romantische Verehrung…“

Als zweites Angriffsziel identifiziert Christian Lindner den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der in den sechs Monaten Corona in Deutschland viele Menschen als Krisenmanager überzeugt hat. Über eine „fast romantische Verehrung von Herrn Söder“, macht sich Lindner lustig. Echte eigene Akzente zu setzen, fällt ihm allerdings schwer.

„Wir Liberale setzen auf Eigenverantwortung“, versichert er zwar. Das ist die Gebetsmühle. Er muss aber auch hinzufügen: „Ich bin jetzt mit der staatlichen Krisenstrategie einverstanden.“ Wenigstens die Mehrwertsteuersenkung missfällt dem FDP-Vorsitzenden. Ihm wäre weniger Bürokratie genauso lieb wie mehr Wettbewerbsfähigkeit. Ach, und von dem Geld, auf das der Staat durch die gesenkte Mehrwertsteuer verzichtet, hätte man auch alle Schulklos sanieren können. „Ich habe noch etwas vor“, versichert Christian Lindner. Ob die Deutschen aktuell auch mit diesem Linder noch etwas vorhaben?

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soctv


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