Zehn Millionen neue Arbeitslose in den USA allein im März | Aktuell Amerika | DW

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In der Coronavirus-Krise schnellen die Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA auf in der Geschichte des Landes nie dagewesene Höchstwerte. In der vergangenen Woche stellten 6,65 Millionen Amerikaner einen entsprechenden Erstantrag, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. In der Woche zuvor war bereits mit knapp 3,3 Millionen Gesuchen der bisherige Höchststand von 1982 überboten worden. Laut den Zahlen des Ministeriums verloren damit im März landesweit mehr als zehn Millionen Amerikaner ihre Jobs.

Früher unter 100.000 Anträge 

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuten inzwischen auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Krise hin. Bis vor wenigen Wochen hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen. Das gesamte Ausmaß der wirtschaftlichen Verwerfungen der Pandemie in den USA ist noch nicht absehbar. Viele Analysten befürchten inzwischen eine Rezession aufs ganze Jahr betrachtet.

Arbeitslose vor einem Vermittlungscenter in Las Vegas (Foto. picture-alliance/AP Photo/J. Locher)

Arbeitslose vor einem Vermittlungscenter in Las Vegas

“Die Arbeitsmarktlage in den USA ist als katastrophal zu bezeichnen. Es ist im Verlauf mit einer Rekordarbeitslosigkeit zu rechnen”, prophezeit Ökonom Ralf Umlauf von der hessischen Landesbank Helaba. Wie er befürchten auch viele andere Experten, dass die Arbeitslosenquote von zuletzt 3,5 Prozent im Zuge einer über das gesamte Land rollenden Entlassungswelle rapide in die Höhe schießen wird. Auch führende Währungshüter der Notenbank Fed rechnen mit einem Anstieg auf zweistellige Werte.

“Sehr, sehr schmerzvolle Wochen” 

Die wachsende Antragsflut bei der Arbeitslosenhilfe geht einher mit Ausgangsbeschränkungen, die immer größere Teile der Bevölkerung betreffen. Mittlerweile gelten sie für mehr als 80 Prozent der Amerikaner zwischen Chicago und New Orleans in der einen oder anderen Form. Vor wenigen Wochen waren es nur gut 50 Prozent. Viele Geschäfte und Betriebe sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, Flüge sind massenhaft gestrichen, Reisen und Veranstaltungen abgesagt. US-Präsident Donald Trump hatte die Amerikaner jüngst auf “sehr, sehr schmerzvolle” Wochen und steigende Totenzahlen durch das Coronavirus eingestimmt.

Trump erwägt inzwischen auch Reiseeinschränkungen innerhalb der USA, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Nachgedacht werde darüber, Flüge zwischen den Hotspots der Epidemie und anderen Zielen im Land zu stoppen. Das würde allerdings die bereits schwer gebeutelten Fluglinien im Land hart treffen, die einer wichtigen Branche angehören. Dasselbe gelte für Zugverbindungen in die schwer betroffenen Gebiete. “Das ist eine sehr schwierige Entscheidung”, so Trump weiter.

US-Präsident Donald Trump als wenig schmeichelhaftes Motiv eines Wandgemäldes in San Francisco (Foto: Getty Images/AFP/J. Edelson)

US-Präsident Donald Trump als wenig schmeichelhaftes Motiv eines Wandgemäldes in San Francisco

Da das soziale Netz in den USA nicht so dicht geknüpft ist wie vielfach in Europa, hat der Staat neben billionenschweren Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft unter anderem 100 Milliarden Dollar für Arbeitslosengeld und Lebensmittelhilfen auf den Weg gebracht. “Das hohe Tempo der Entlassungen ist frappierend und stellt alles in den Schatten, was die USA am Arbeitsmarkt jemals erlebt hatten”, sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Der Experte erwartet im Verlauf der Krise eine Massenarbeitslosigkeit, wie sie die Vereinigten Staaten seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre nicht mehr erlebt haben.

Katastrophenschutz will 100.000 Leichensäcke

Die Zahl der bestätigten Infektionen ist in den USA inzwischen auf mehr als 200.000 gestiegen – so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt. Das geht aus Daten der amerikanischen Universität Johns Hopkins hervor. USA-weit verzeichnet die Hochschule mehr als 216.000 Fälle und mehr als 5100 Tote. Das Weiße Haus befürchtet nach einer jüngst vorgestellten Prognose zwischen 100.000 und 240.000 Tote – selbst bei Einhaltung von Maßnahmen wie dem Abstandhalten. Angesichts der steigenden Totenzahl bat die US-Katastrophenschutzbehörde das Verteidigungsministerium um 100.000 Leichensäcke.

sti/rb (afp, dpa, rtr)




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