Zwei fatale Entscheidungen ließen Trumps USA ins Pandemie-Desaster schlittern

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Die USA haben am Samstag nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore 60.207 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Damit stieg die Gesamtzahl der Infektionen in dem Land auf über 3,69 Millionen. Seit einigen Wochen steigt die Zahl der Infektionsfälle in den Vereinigten Staaten wieder stark an: In den vergangenen Tagen waren immer neue Rekordwerte bei den Neuinfektionen gemeldet worden – der bislang höchste Anstieg wurde am Freitag mit 77.638 Infektionen binnen 24 Stunden registriert.

Die Behörden in den US-Bundesstaaten Texas und Arizona bestellten angesichts steigender Todeszahlen Kühlwagen. Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle bei 140.103. Die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land liegt den Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen bei mehr als 3,69 Millionen.

„Wir können sie nirgends unterbringen“

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Experten glauben, dass die Vereinigten Staaten nie aus der ersten Infektionswelle herausgekommen sind. Seit einigen Wochen breitet sich das Virus wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen wie Texas und Arizona.

Anfang der Woche war in Texas mit 129 Todesfällen binnen 24 Stunden ein trauriger Rekord erreicht worden. Bisher haben mehr als 3700 Menschen in dem Bundesstaat ihr Leben durch eine Coronavirus-Infektion verloren.

In Städten wie San Antonio und Corpus Christi bestellten die Behörden wegen drohenden Platzmangels in Leichenhallen und Krematorien Kühlwagen, um sich auf das Schlimmste vorzubereiten. „Wir können sie nirgends unterbringen. Es klingt schrecklich, aber es ist wahr“, sagte der Bürgermeister von San Antonio, Ron Nirenberg, über die Todesopfer. Für den Notfall stünden nun Kühltransporter bereit.

Wie konnte es soweit kommen? Wie konnten die Fallzahlen so schnell ansteigen, wo sie doch gerade im Begriff waren, zu sinken? Die „New York Times“ berichtet nun unter Berufung auf Hintergrundgespräche mit mehreren Mitarbeitern des Weißen Hauses, dass vor allem zwei Fehler der US-Regierung um Präsident Donald Trump ausschlaggebend waren.

Die optimistische Prognose

Der erste Fehler geht demnach auf übermäßig optimistische statistische Annahmen zurück. Die Task Force des Weißen Hauses zum Coronavirus rund um die Experten Deborah Birx und Anthony Fauci stützten sich in ihren Analysen vor allem auf vielkritisierte Prognosen der University of Washington aus Seattle. Das Modell zeigte demnach Mitte April, dass die Pandemie auf dem Rückmarsch sei und die Fallzahlen – ähnlich wie in Italien – in den kommenden Wochen rasch zurückgehen werden.

Fauci, bekannt durch seine Auftritte während der Corona-Pressekonferenzen des Weißen Hauses, soll skeptisch gewesen sein – Krankenhäuser im ganzen Land hätten in ihren Berichten ein sehr viel dramatischeres Bild gezeichnet. Doch am Ende soll sich Birx durchgesetzt haben. Einen großen Vorbehalt des Modells ignorierten die Entscheidungsträger jedoch, so die „New York Times“: Die Statistiker gingen in ihren Annahmen davon aus, dass sich die Amerikaner auch weiterhin an die verhängten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen halten werden.

Zu diesem Zeitpunkt hatten jedoch schon konservative bis rechtsextreme US-Medien die Kontaktbeschränkungen und das Tragen von Masken zum Kulturkampf hochstilisiert. Trump selbst feuerte diesen Kulturkampf an, etwa in dem er sich zunächst weigerte, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen. Rechte Demonstranten in demokratisch regierten Bundesstaaten rief der US-Präsident dazu auf, ihre Staaten zu „befreien“. In Michigan hatten sich schwerbewaffnete Demonstranten Zutritt zum Kapitol verschafft.

Raus aus der Verantwortung

Der zweite Fehler ist strategischer und politischer Natur: Demnach habe das Trump-Team – auch wegen der optimistischen Prognosen – beschlossen, den Kampf gegen das Coronavirus an die Bundesstaaten zu übertragen. Das entspricht einerseits den politischen Überzeugungen von Trumps republikanischer Partei, die so viel Macht wie möglich in den Bundesstaaten konzentrieren und aus Washington D.C. abziehen möchte – zumindest solange die Bundesstaaten das tun, was die Republikaner wollen. „Nur in Washington D.C. denkt man, die Antwort für ganz Amerika zu haben“, sagte Trumps Stabschef Mick Mulvaney laut „New York Times“ in einem internen Meeting.

Und andererseits markierte das Manöver den Versuch, die Verantwortung für die Bekämpfung der Pandemie vom Weißen Haus auf die Gouverneure der Bundesstaaten abzuwälzen. Zu diesem Zweck erarbeitete das Trump-Team grobe Richtlinien, unter denen es sicher sein soll, den von Washington verhängten „Lockdown“ wieder zu beenden: ein Rückgang der Fallzahlen; eine ausreichende Zahl von Krankenhausbetten; der Aufbau von Test-Kapazitäten. Das Weiße Haus sei der Ansicht gewesen, den Bundesstaaten genügend Ressourcen zur Verfügung gestellt zu haben.

„Ich scherze nicht“

Die Vorgaben waren jedoch nicht verbindlich. Gerade republikanisch kontrollierte Bundesstaaten wie Texas oder Arizona hoben ihre „Lockdowns“ auf, noch bevor sie die Bedingungen erfüllten – angefeuert vom Präsidenten, der schnellstmöglich wieder die Wirtschaft zum Laufen bringen wollte, um die Chancen auf seine Wiederwahl im Herbst nicht zu gefährden. Die Folge: Das Virus, das entgegen der Prognosen des Trump-Teams noch nicht signifikant auf dem Rückmarsch war, verbreitete sich in Staaten wie Texas und Arizona in Windeseile.

Im Kampf gegen die neuerliche, größere „Welle“ sind die Bundesstaaten nun mehr oder minder auf sich allein gestellt. Während die Fallzahlen im Süden und Südwesten der USA explodieren, sprach Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Oklahoma davon, das systematische Testen der Bevölkerung „abbremsen“ zu wollen – weil sonst die Fallzahlen zu hoch sind. Trump habe nur einen Scherz gemacht, hieß es in einer Stellungnahme des Weißen Hauses am nächsten Tag. Wieder einen Tag später bekräftigte Trump gegenüber Reportern, dass er seinen Satz ernst gemeint habe. „Ich scherze nicht“, sagte Trump. 



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