Zyklon ″Ampahn″ tobt in Indien und Bangladesch | Aktuell Asien | DW

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Überschwemmte Häuser, entwurzelte Bäume, zerstörte Stromleitungen – der Zyklon “Amphan” hat in Teilen Westindiens und Bangladeschs eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Nach ersten Angaben der Behörden kamen mindestens 15 Menschen ums Leben, zehn davon in Indien. Einige Opfer wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. 

Indien Westbengalen | Zyklon Amphan (DW/D. Dey)

Viel Zerstörung hinterließ “Amphan” in den Küstendörfern des indischen Staates Westbengalen

“Die Situation ist besorgniserregender als die Coronavirus-Pandemie. Wir wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen”, erklärte die Regierungschefin des indischen Bundesstaates Westbengalen, Mamata Banerjee. “In den Küstendörfern des Staates ist fast alles zerstört.” Mit Windgeschwindigkeiten zwischen 113 und 185 Stundenkilometern traf der Zyklon die Hauptstadt von Westbengalen, Kolkata (früher Kalkutta), in der knapp 15 Millionen Menschen leben.

Indien, Kalkutta - Mutter schützt ihren Sohn - Amphan (Reuters/R. De Chowdhuri)

In Kolkata versuchen Anwohner, sich in Sicherheit zu bringen

Über der Stadt gingen heftige Regenfälle nieder, die Überschwemmungen verursachten. Sturmböen entwurzelten Bäume, die Telekommunikation in der Region ist teilweise unterbrochen, ebenso die Stromversorgung. Laut Medienberichten rollte eine Sturmflut mehrere Kilometer landeinwärts. Im Südwesten Bangladeschs wurden nach Angaben eines örtlichen Polizeibeamten große Teile des küstennahen Ackerlandes überflutet.

Indien Zyklon Amphan (DW/P. Tewari)

Durch die Sturmböen knickten viele Bäume einfach um

Die Behörden zeigten sich auch besorgt über Verwüstungen in den Sundarbans-Mangrovenwäldern, die sich in der betroffenen Region über beide Länder erstrecken und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Ein Dorfbewohner, der auf der indischen Seite der Wälder lebt, sagte fassungslos: “Die Häuser sehen aus, als seien sie von einem Bulldozer überfahren worden. Alles ist zerstört.”

Mamata Banerjee - Indien (Getty Images/AFP/D. Sarkar)

Die Regierungschefin von Westbengalen, Mamata Banerjee

Mehr als drei Millionen Menschen in Sicherheit gebracht     

Indien und Bangladesch hatten sich in den vergangenen Tagen unter Hochdruck auf den Wirbelsturm vorbereitet. Im ostindischen Bundesstaat Westbengalen wurden mehr als 300.000 Menschen aus Küstendörfern in Sicherheit gebracht. Über 20.000 Polizisten, Rettungskräfte und Freiwillige waren mit Booten und Bussen im Einsatz. In Bangladesch mussten 2,2 Millionen Menschen ihre Häuser verlassen. Insgesamt waren es mehr als drei Millionen Menschen.

Erschwert wurden die Evakuierungen durch die Corona-Pandemie. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, wurden besonders viele Notunterkünfte benötigt. In beiden Ländern stiegen die Infektionszahlen zuletzt stark an, es gilt eine Ausgangssperre.

se/al (afp, ap, dpa, rtr)     



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